Stolpersteinverlegung für Albert Koppel am 27. Januar erinnert an Opfer des NS-Terrors in Hohenlimburg
Am Dienstag, 27. Januar 2026, wird um 11.00 Uhr an der Lenneuferstraße 37 in Hohenlimburg ein Stolperstein für Albert Koppel verlegt.
Koppel wurde 1943 im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Die Verlegung findet am internationalen Holocaust-Gedenktag statt und erinnert stellvertretend an mehr als 100 jüdische sowie Sinti- und Roma-Opfer aus Hagen und Hohenlimburg, die in Auschwitz ums Leben kamen.

Albert Koppel lebte mit seiner Familie in der Lenneuferstraße 37, wo sich auch die Metzgerei der Familie befand. Dieses Haus war eines der Hauptziele des Novemberpogroms 1938 in Hohenlimburg und wurde damals schwer zerstört. Albert Koppel wurde am Tag des Pogroms verhaftet und kam nur unter der Bedingung frei, dass er das ruinierte Hausgrundstück weit unter Wert an einen lokalen Nationalsozialisten veräußerte. Das Geld erhielt er nie, sondern wurde auf ein staatlich kontrolliertes Sperrkonto eingezahlt. Albert Koppel wurde später deportiert und in
Auschwitz ermordet.
Die öffentliche Gedenkveranstaltung beginnt mit einer Begrüßung durch Pablo Arias vom Hagener Geschichtsverein sowie Grußworten des Hagener Bürgermeisters Dietmar Thieser und des stellvertretenden Bezirksbürgermeisters von Hohenlimburg, Frank Schmidt. Schülerinnen und Schüler der Kaufmannsschule II stellen die Biografie Albert Koppels vor. Im Anschluss wird der Stolperstein durch den städtischen Bauhof verlegt. Ein musikalischer Beitrag von Rüdiger Drallmeyer vom Verein Hagener Friedenszeichen begleitet die Zeremonie, ebenso eine Blumenniederlegung durch die Schülerinnen und Schüler. Rudolf Damm von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Zeitzeuge des Auschwitz-Prozesses von 1965, wird ebenso wie Vertreter der Jusos Hohenlimburg seine Gedanken zur Stolpersteinverlegung äußern. Zudem werden die Namen von 106 jüdischen sowie Sinti-Opfern aus Hagen und Hohenlimburg verlesen. In Anlehnung an eine jüdische Erinnerungstradition sind alle Gäste eingeladen, als symbolische Geste ein Steinchen am Stolperstein niederzulegen. Moderiert wird die Stolpersteinverlegung vom ehemaligen Bundestagsabgeordneten René Röspel.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Alle Hohenlimburgerinnen und Hohenlimburger sind herzlich eingeladen, gemeinsam ein Zeichen des Erinnerns, der Verantwortung und des Engagements gegen Antisemitismus und Rassismus zu setzen.
Hagener Geschichtsverein
